Mietrechtstipp-Aktuell

14.6.2016

Keller unter Wasser. Was tun?

Nach den heftigen Regenfällen und Unwettern der letzten Wochen sind vor allem in Süddeutschland viele Häuser stark beschädigt wurden. In Hamburg waren die Schäden weniger gravierend, aber viele Keller liefen voll.

Die Frage stellt sich, wer für die Schadensbeseitigung zuständig ist. In der Regel ist der Vermieter dazu verpflichtet, den vertragsgemäßen Zustand sowohl einer Wohnung als auch des Kellers wiederherzustellen. D.h. er muss alles trocken legen und unter Umständen Putzschäden und Schimmelbildung beseitigen. Und wenn für solche Elementarschäden keine Versicherung abgeschlossen wurde, muss ein Vermieter sich auf eigene Kosten darum kümmern. Ist die Wohnung aufgrund eines Wasserschadens unbewohnbar, kann der Mieter eine Ersatzwohnung anmieten oder aber in eine günstige Pension oder ein günstiges Hotel ziehen. Der Vermieter muss die Aufwendungen erstatten.

Ein Vermieter muss jedoch in der Regel keine Schäden am Mobiliar des Mieters zahlen, auch nicht an den Gegenständen, die im Keller gelagert waren. Denn für Schäden am Mietereigentum haftet er nur dann, wenn er den Schaden schuldhaft verursacht hat. Das wird bei starken Regenfällen kaum der Fall sein. Anders kann es aussehen, wenn der Schaden z.B. durch eine verstopfte Regenrinne verursacht wurde und der Vermieter zuvor aufgefordert wurde, die Regenrinne zu reinigen. Die Mieter müssen allerdings nachweisen, dass dem Vermieter schuldhaftes Handeln vorzuwerfen ist. Ansonsten kommt für die Schäden nur eine Hausratversicherung des Mieters auf.

Solange ein Keller oder einzelne Räume der Wohnung aufgrund von Feuchtigkeit nicht nutzbar sind, kann die Miete um einen angemessenen Betrag gemindert werden. Mieter sollten sobald ein solcher Fall eintritt, den Vermieter schriftlich darüber in Kenntnis setzen, dass sie die Miete ab sofort unter Vorbehalt zahlen. Nur dann können auch rückwirkend geminderte Beträge zurückgefordert werden.