Mietenschock in der Schanze

von | Pressemitteilungen

Die Mietenpolitik des Hamburger Senats versagt: Der Fokus auf den Neubau ohne Regulierung sorgt für Mietpreise von über 30 €/m². Auf immobilienscout24.de wird derzeit eine Wohnung in der Schanze für 32,19 €/m² angeboten. Bei 99,40 m² ergibt sich eine geforderte Kaltmiete von 3.200 € im Monat.

Man muss sich fragen, für wen eine solche Wohnung gebaut und angeboten wird. Ein Pärchen oder eine Familie bräuchte ein Einkommen von mehr als 10.000 € netto im Monat, um in dieser Wohnung weniger als 1/3 des Nettoeinkommens für die Kaltmiete auszugeben. Dabei sind die Heiz- und Betriebskosten noch nicht mit einberechnet. Ein Nettoeinkommen von über 10.000 € im Monat verdient nicht mehr als 1 % der Bevölkerung.
Weder handelt es sich um einen Einzelfall noch handelt es sich um eine Luxuswohnung, die solche Preise rechtfertigen würde. Das Haus ist in einen Hinterhof gebaut und keine 20 Meter von Balkon und Fenster entfernt schauen die Nachbarn in die Wohnung. Auf der anderen Seite ist das Haus direkt an die Bahnstrecke zwischen Sternschanze und Holstenstraße gebaut. Ruhe oder eine Aussicht für 3.200 € im Monat sind nicht zu erwarten.

Es bleibt die Frage, weshalb der Hamburger Senat eine solche Wohnungsbau- und Mietenpolitik fortführt. Diese Wohnung ist kein Wohnort für betuchte Hamburgerinnen und Hamburger und erst recht nicht für uns normale Mieterinnen und Mieter. Es scheint eher ein Investitionsobjekt zu sein, zu einer Zeit, in der Hamburgerinnen und Hamburger verzweifelt nach Wohnraum suchen.

"Solche Wohnungen werden nicht mehr für Hamburgerinnen und Hamburger gebaut. Der Senat muss anfangen, Wohnungen nach Bedarf bauen zu lassen. Gebraucht werden bezahlbare Wohnungen, keine Bauprojekte für Spekulanten, die möglichst viel Gewinn auf Kosten der Stadt machen wollen", fordert MhM-Jurist Kolja Rosemann.

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